Einladung des Grafen

Volk von Larhgo,

nun ist es schon bald zwei Jahre her, dass wir zu einem rauschenden Fest an großem Feuer zusammen gefunden haben. Wir Larhgoten verstehen uns darauf, die Nacht zum Tag zu machen, Irr’shin und den damit verbundenen Ausschweifungen zu frönen, bei Honigwein und Hopfensaft alte Freundschaften zu pflegen und neue Bekanntschaften zu machen.

Wie auch vielen anderen Larhgoten, mit denen ich in der letzten Zeit sprach, fehlen mir diese Zusammenkünfte, bei denen wir uns am Leben erfreuen und vergessen, was für schwere Zeiten hinter oder vielleicht vor uns liegen mögen. Es ist an der Zeit, diese wunderbaren Erinnerungen wieder aufleben zu lassen und uns der Leichtigkeit des Lebens hinzugeben, die uns allzu oft im Alltag verloren geht. Ich sehne mich nach Feierlichkeiten, die das Leben bejahen und es hochhalten in all seinen möglichen Fassetten (ein kleiner Wortwitz am Rande), anstatt den Toten zu gedenken. Also habe ich in alten Schriften nach Festivitäten gesucht, wie sie nach ähnlicher Tradition in Larhgo abgehalten wurden und dann in Vergessenheit gerieten.

Ich möchte aus diesem gegeben Anlass zum “Mereth En Amrûn” – dem “Fest der aufgehenden Sonne” oder kurz: “Sonnenfest” – einladen. Stolz tragen wir die Sonnen als Wappen auf unseren Röcken, sie ist Symbol für Leben und Neubeginn und eignet sich daher vorzüglich für diesen Anlass. Jeder sei willkommen, aus allen Ländern und Sippen, auf dass wir wieder an einem großen Feuer zusammen kommen können, damit wir uns daran erfreuen, dass wir gemeinsam hier sein dürfen.

Was erwartet Euch? Der ehrenwerte König von Larhgo Langoras ut Hilgenloh wird zugegen sein, um Audienz für jedermann zu geben. Wer also etwas hat, das ihm auf der Seele brennt, der wird hier die Gelegenheit haben, sein Anliegen vorzubringen. Ich hoffe natürlich auch auf die Anwesenheit der ehrenwerten Königin Mina. Es wird ein Turnier geben, bei dem sich tapfere Recken mit einander in verschiedenen Disziplinen messen können. Zur Feierlichkeit wird ein besonderer Trunk gereicht und ein Wirt bietet seine außergewöhnlichen Gebräue feil. Darüber hinaus habe ich gehört, der Ort unseres Lagers soll sagenumwoben sein. Vielleicht gibt es noch das ein oder andere Geheimnis, das man ihm entlocken kann?

Ein jeder, der sich zu dieser Zusammenkunft auf machen möchte, möge sich zügig zu Wort melden. Der Ort, an dem wir lagern werden, stellt nur begrenzten Raum zur Verfügung.

Hochachtungsvoll,
Erathan Darwinor – Graf und Ritter zu Ludwigstein